Zusammenfassung
Die am 22. Oktober von der Sumitomo Mitsui Banking Corporation gestartete Zinsaufschlagskampagne für SMBC Wealth sorgt für Aufmerksamkeit. Was die Bankenbranche in dieser Woche jedoch tatsächlich erschüttert, ist das plötzliche Auftauchen von Stablecoin-Projekten, die im Hintergrund bereits vorangetrieben wurden. Als JPYC die Zusammenarbeit mit SBJ Bank und anschließend mit LINE NEXT bekanntgab, entstand der Eindruck, dass inländische Stablecoins einen weiteren Schritt von der Konzeptphase hin zu realer Nachfrage gemacht haben. Während bisher vor allem im Ausland ausgegebene, auf US-Dollar lautende Stablecoins diskutiert wurden, ist es eine nicht zu unterschätzende Veränderung, dass nun auch auf Yen basierende Zahlungsinfrastruktur zusammen mit konkreten Partnerschaften thematisiert wird. Für SBJ Bank ist diese Kooperation offensichtlich nicht nur ein PR-Instrument; sie lässt die Absicht erkennen, sich als Ausgangspunkt für die Stablecoin-Integration zu positionieren.
Details
Parallel dazu wurde berichtet, dass Mitsubishi UFJ Trust and Banking gemeinsam mit mehreren Banken an einem Pilotprojekt zur Ausgabe eines Stablecoins arbeitet. Interessant ist, dass das Trust-Banking, ein Geschäftsfeld, das eher im Hintergrund steht, im Kontext der Finanz-DX plötzlich eine Hauptrolle übernimmt. Dies wird weniger als isoliertes Experiment, sondern vielmehr als Signal dafür verstanden, dass die Megabanken nun Seite an Seite in den Wettlauf um die Umsetzung digitaler Währungen eingetreten sind. Dass SBI Holdings zur selben Zeit seine Teilnahme an Startales Open Standard bekanntgab, dürfte kein Zufall sein. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren den Grundstein für Krypto-Assets und On-Chain-Finanzen gelegt, doch diese Teilnahme wirkt weniger wie ein Höhepunkt als vielmehr wie der Einstieg in eine neue Phase. Davon getrennt zu betrachten ist die Kapital- und Geschäftspartnerschaft zwischen Resona Bank und JCB. Diese am 15. Oktober angekündigte Allianz zielt eher auf die Stärkung solider Geschäftskundenbeziehungen als auf digitales Geld ab und zeigt, dass sich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite der Zahlungsinfrastruktur tektonische Verschiebungen vollziehen. Nicht vergessen werden sollte schließlich der aus Sicht der Einleger „realistische Wettbewerb“. SBI Shinsei Bank, Mizuho Bank und Mitsubishi UFJ Bank werden mit ihren Kampagnen für Kontoeröffnungen und Einlagenzinsen regelmäßig in Vergleichsartikeln behandelt, und der Wettlauf um die höchsten Vorteile geht weiter. SBI Shinsei Bank bietet unter den verglichenen Angeboten einige der größten Vorteile und behält damit seine Rolle als Herausforderer der Megabanken bei. Auch bitFlyer behauptet sich in einem anderen Feld, dem Handel mit Krypto-Assets, indem es neue Token aufnimmt und Kampagnen durchführt.
- 1Oktober von der Sumitomo Mitsui Banking Corporation gestartete Zinsaufschlagskampagne für SMBC Wealth sorgt für Aufmerksamkeit.
- 2Was die Bankenbranche in dieser Woche jedoch tatsächlich erschüttert, ist das plötzliche Auftauchen von Stablecoin-Projekten, die im Hintergrund bereits vorangetrieben wurden.
- 3Als JPYC die Zusammenarbeit mit SBJ Bank und anschließend mit LINE NEXT bekanntgab, entstand der Eindruck, dass inländische Stablecoins einen weiteren Schritt von der Konzeptphase hin zu realer Nachfrage gemacht haben.
- 4Für SBJ Bank ist diese Kooperation offensichtlich nicht nur ein PR-Instrument; sie lässt die Absicht erkennen, sich als Ausgangspunkt für die Stablecoin-Integration zu positionieren.
- 5Parallel dazu wurde berichtet, dass Mitsubishi UFJ Trust and Banking gemeinsam mit mehreren Banken an einem Pilotprojekt zur Ausgabe eines Stablecoins arbeitet.
Fazit
Betrachtet man das Gesamtbild, scheint die Bankenbranche derzeit zwei unterschiedliche Rennen gleichzeitig zu bestreiten. Das eine ist ein Ringen um die Führung bei der Zahlungsinfrastruktur auf Stablecoin-Basis, an dessen vorderster Front Akteure wie JPYC, SBJ Bank, Mitsubishi UFJ Trust and Banking und SBI Holdings stehen. Das andere ist ein Kampf um Kunden mit klassischen Einlagenzinsen und Vorteilen bei der Kontoeröffnung, bei dem Sumitomo Mitsui Banking Corporation, SBI Shinsei Bank, Mizuho Bank und Mitsubishi UFJ Bank hart gegeneinander antreten. Auf den ersten Blick mögen dies voneinander getrennte Schauplätze sein, doch wenn man beide als unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage versteht, wie Kundenkontaktpunkte neu gestaltet werden sollen, lassen sich die heutigen Entwicklungen weit umfassender begreifen. Die gleichzeitige Erneuerung der digitalen Zahlungsinfrastruktur und der analoge Zinswettbewerb dürften die grundlegende Struktur der japanischen Bankenbranche auch in Zukunft prägen.