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Streaming

Bildschirmkrieg: Netflix und Disney+ am selben Tisch, TRT 1 an der Spitze der Quoten

19. Oktober 2026

“Während Streaming-Giganten in der türkischen Unterhaltungsbranche eine unerwartete Partnerschaft eingehen, toben zugleich ein Quotenkampf im Fernsehen und Debatten über die Pressefreiheit.”

Zusammenfassung

Zwei Giganten, die eigentlich Rivalen sein sollten, Netflix und Disney+, sind in der Türkei innerhalb derselben inhaltlichen Erzählung zusammengekommen; Nachrichten über die Inhaltsfreigabe der beiden Plattformen haben eine Form des Wettbewerbs ins Blickfeld gerückt, die das Publikum so nicht gewohnt ist. Wenn man die Bewegung nach Spotifys Preiserhöhung Anfang Oktober hinzunimmt, zeigt sich, dass der digitale Unterhaltungsmarkt der Türkei die klassischen Muster des „Plattformkriegs“ hinter sich gelassen hat. Netflix hält sich einerseits an der Spitze der Listen der in der Türkei meistgesehenen Produktionen, verankert sich andererseits mit neuen Inhaltsdeals stärker auf der Agenda; dieser doppelte Schachzug zeigt, dass die Marke nicht nur eine Inhaltsbibliothek, sondern zugleich ein Verhandlungstisch geworden ist.

Details

Im Fernsehen hat der Kampf dagegen nie aufgehört. TRT 1 dominiert mit Serien und Live-Sendungen die oberen Ränge der Quotenlisten, während Müge Anlı und Tatlı Sert mit ihren jüngsten Ergebnissen einmal mehr bewiesen, dass sie den täglichen Sendeablauf maßgeblich bestimmen. Auch MasterChef Türkiye hat sich mit seiner Performance unter der Woche diesem Wettbewerb angeschlossen; zusammen zeigen diese drei Programme, dass das klassische Fernsehen trotz digitaler Plattformen noch immer Millionen vor den Bildschirm binden kann. Unterdessen hat Amazon Prime Video mit der Einführung einer werbefinanzierten Abo-Option in der Türkei eine neue Front eröffnet, die preisbewusste Zuschauer anspricht; dieser Schritt ist ein Zeichen dafür, dass im Streaming-Markt inzwischen nicht mehr nur mit Inhalten, sondern auch mit Preismodellen konkurriert wird. Im Nachrichten- und Journalismusbereich ist das Bild angespannter: Medyascope hat mit Entwicklungen rund um Journalisten und Debatten über Zugangssperren eine harte Woche hinter sich, während T24 mit einer ähnlichen Agenda aus Zugangssperre und Pressefreiheit auf derselben heiklen Linie steht. Dass beide Medien zur selben Zeit im Zentrum dieser Debatten stehen, hat einmal mehr daran erinnert, wie brüchig der Boden ist, auf dem sich der digitale Journalismus in der Türkei bewegt. Im Bereich der Live-Veranstaltungen zeigte Bubilet mit aktuellen Konzertkarten Präsenz, vor allem für das Harbiye; das zeigt, dass die Ausgaben für Unterhaltung nicht nur vor dem Bildschirm, sondern auch auf der Straße und in den Veranstaltungssälen lebendig bleiben.

Wichtigste Erkenntnisse
  1. 1Wenn man die Bewegung nach Spotifys Preiserhöhung Anfang Oktober hinzunimmt, zeigt sich, dass der digitale Unterhaltungsmarkt der Türkei die klassischen Muster des „Plattformkriegs“ hinter sich gelassen hat.
  2. 2Im Fernsehen hat der Kampf dagegen nie aufgehört.
  3. 3Dass beide Medien zur selben Zeit im Zentrum dieser Debatten stehen, hat einmal mehr daran erinnert, wie brüchig der Boden ist, auf dem sich der digitale Journalismus in der Türkei bewegt.

Fazit

Am Ende zeigt sich, dass sich das Unterhaltungs- und Medienökosystem der Türkei nicht mehr entlang einer einzigen Achse lesen lässt: Streaming-Giganten konkurrieren und kooperieren zugleich, das klassische Fernsehen behält seine Quotenstärke, unabhängige Nachrichtenmedien kämpfen mit dem Zugriffsdruck, und die Wirtschaft der Live-Events wächst leise. Diese vielschichtige Bewegung zeigt, dass die Aufmerksamkeit der Zuschauer nicht mehr auf einer einzigen Plattform geteilt wird, sondern auf zahlreiche Medien, die miteinander konkurrieren und sich zugleich gegenseitig nähren.